Skip to content

Psychisch gesund durch die Corona-Krise

Psychisch gesund durch die Corona-Krise

COVID 19 ist eine gefährliche, potenziell tödliche Lungenkrankheit – die Pandemie als Ganze ist vor allem eine Bedrohung für die Seele.

Der Lockdown-Koller

Ich weiss nicht wie es dir geht, doch die Corona-Krise und der erneute Lockdown zehren an meinen Nerven. Nicht nur für den Körper, ist Corona eine enorme Herausforderung. Die soziale Isolation, Stress und Zukunftsängste setzen uns auch mental zu. Das was für Ablenkung sorgen könnte, ist geschlossen, soziale Kontakte kaum möglich, dazu Angst und (wirtschaftliche) Ungewissheit, wie es weitergeht.

Was setzt der Psyche zu und was schützt sie?

Das Tückische an dieser Pandemie ist, dass sie uns nicht nur psychisch massiv belastet, sondern zugleich auch die Möglichkeiten erschwert, uns zu stabilisieren.

Üblicherweise sind soziale Kontakte, das Zusammensein mit Freunden, einer der sichersten Wege, psychische Krisen zu lindern – doch genau das ist nun massiv erschwert. Sport? Fällt ebenfalls weitgehend aus. Auch der Halt, den ein fester Tagesrhythmus aus Arbeit und Feierabend vorgibt, ist uns durch die Pandemie versagt. Ein Grundbedürfnis von uns ist es, Situationen möglichst gut kontrollieren zu können. Etwas unter Kontrolle zu haben – oder unter Kontrolle zu bringen – dämpft die Angst.

Das Schlimme an der aktuellen Pandemie: Es sind gleich mehrere menschliche Grundbedürfnisse bedroht. Das eine ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrollierbarkeit. Das andere nach Nähe, Zugehörigkeit und sozialem Leben und das dritte ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Selbstgestaltung, Selbststeuerung.

All diese Bedürfnisse sind in Corona Zeiten schwer zu bedienen, doch es gibt ein paar Wege, die helfen.

Tipp 1: Akzeptanz statt Widerstand

Jammern und sich immer wieder auf Vergangenes zu beziehen, nützt uns gerade wenig. Die Verluste, die wir hinnehmen, werden ganz unterschiedlich sein. Den meisten von uns geht es aktuell glücklicherweise trotzdem verhältnismässig gut. Der Kühlschrank ist gefüllt, wir haben schön eingerichtete Wohnungen, die uns den Aufenthalt zuhause angenehm machen.

Also versuche dich auf deine eigenen Stärken zu besinnen, auf das, was gerade trotz allem gut läuft. Versuche die Energie, die beim Jammern verloren geht, in Handlungen umzusetzen. Statt dein Selbstmitleid zu bekunden, bedeutet das zum Beispiel für andere einzukaufen oder lokale Unternehmen beim Überleben zu unterstützen.

Tipp 2: Mit Flexibilität kommst du gut durch diese Zeit

Dazu ist zunächst einmal wichtig, innezuhalten und in mich hineinzuschauen, wie es mir gerade geht (mindestens einmal am Tag). Wenn ich zu dem Schluss komme, dass es mir nicht gut geht, sollte ich beschließen, etwas für mein Wohlbefinden zu tun. Dazu gibt es drei prinzipielle Wege:

Erstens, aktiv an den Problemen arbeiten, die die negativen Emotionen ausgelöst haben, sich also wieder eine Tagesstruktur aufbauen, wenn diese im Homeoffice verloren ging.

Zweitens, aktiv daran arbeiten, dass ich ausreichend viele positive Erlebnisse habe, also etwa Sport machen, mir was Leckeres kochen, oder was Neues lernen (Onlinekurs dafür nutzen zum Beispiel), oder mit Freunden telefonieren (benutze FaceTime oder Skype).

Drittens, gedanklich flexibel bleiben, also an Menschen denken, die von der Krise noch stärker betroffen sind oder versuchen, so gut wie es gerade geht, Wertschätzung und Dankbarkeit zu entwickeln für Aspekte im eigenen Leben, die auch unter Corona noch ganz gut laufen.

Tipp 3: Pläne machen für ein Leben nach der Pandemie

Für ein positives Gefühl können auch Pläne für die Zeit nach Corona sorgen. Auch wenn die Pandemie uns noch länger begleiten wird, wird sich das Leben (hoffentlich) irgendwann normalisieren. Mach eine Liste mit all den Dingen, die du tun möchtest, wenn wir die Pandemie hinter uns haben.

Zu guter Letzt: Du bist nicht allein mit deinen Gedanken und Ängsten!

Wenn dir all das nichts hilft denk daran: Nimm rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch! Eine Proaktive Einstellung kann helfen, deine seelische Gesundheit in Zeiten grosser Unsicherheit zu schützen. Darüber reden hilft! Denn dauerhafter und belastender Stress schaden Körper und Seele und kann Ängste, Depression und andere psychische Erkrankungen auslösen oder verstärken.

Bleib gesund!